13th World Wealth ReportZwei wichtige Termini zum Verständnis:
vermögenden Privatpersonen (High Net Worth Individuals oder HNWIs - wie Gregor Erasim von Capgemini die "Population" anlässlich der Präsentation des Reports bezeichnet) HNWIs sind Privatpersonen, die neben Rolls-Royce und Villa (die nicht eingerechnet werden) über ein frei disponibles Finanzvermögen von mindestens einer Million US-Dollar (ca, 709.600 Euro) verfügen.
Die besonders Vermögenden (der so genannten Ultra High Net Worth Individuals oder Ultra-HNWIs)Um zum Klub der Ultra-Reichen zu zählen, gilt es, ein Nettofinanzvermögen von mindestens 30 Millionen US-Dollar sein Eigen zu nennen.
Regionale Auswirkungen des "Reichensterbens":Keine Region hat das vergangene Jahr in Sachen Vermögenserhalt der Reichen (Veränderung von 2007 auf 2008) unbeschadet überstanden.
Besonders betroffen: Nordamerika (-19 Prozent), Europa (-14,4 Prozent) und Asien-Pazifik (-14,2 Prozent). Vergleichsweise weniger stark bis kaum betroffen waren hingegen Lateinamerika (-0,7 Prozent), Mittlerer Osten (-5,9 Prozent) und Afrika (-8,3 Prozent).
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Weltweit sind derzeit 8,6 Millionen vermögende Privatpersonen mit einem Vermögen von insgesamt 32,8 Billionen USD; für 2013 wird dieser Wert bei 48,5 Billionen USD erwartet.
In Österreich fällt die Zahl vermögender Privatpersonen um 9,8% auf 70.100 (Vorjahr 77.700) Das Jahr 2008 war von einer außerordentlich hohen Volatilität geprägt.
Die Zahl der vermögenden Privatpersonen (high net worth individuals, HNWIs*) ist in diesem Zeitraum weltweit gegenüber dem Vorjahr um 14,9 Prozent zurückgegangen; die Zahl der besonders vermögenden Privatpersonen (ultra high net worth individuals, Ultra-HNWIs**) fiel um 24,6 Prozent. Dies geht aus dem heute von Merrill Lynch Global Wealth Management und Capgemini vorgelegten 13. World Wealth Report hervor, der jährlich veröffentlicht wird.

Analog zur Anzahl der HNWIs sank deren Vermögen um 19,5 Prozent auf 32,8 Billionen USD. Dieser in seiner Höhe bislang einmalige Rückgang neutralisiert das solide Wachstum der Jahre 2006 und 2007.
Sowohl die Zahl der HNWIs als auch ihr Vermögen unterschritten Werte, die man zuletzt Ende 2005 gesehen hatte. Dabei erlitten die Ultra-HNWIs höhere Verluste an Finanzvermögen als die HNWIs insgesamt. Parallel zur rückläufigen Zahl der Ultra-HNWIs ging ihr Vermögen um 23,9 Prozent zurück.
"Die Ergebnisse unseres diesjährigen World Wealth Report unterscheiden sich deutlich von den Berichten vergangener Jahre", erläutert Mag. Gregor Erasim, Head of Financial Services Eastern Europe und Member of the Managing Board von Capgemini Consulting Österreich.
"Nach einem hoch volatilen Jahr ist eine Verschiebung in den Anlageaktivitäten und -prioritäten der HNWIs zu beobachten.
HNWIs weiterhin regional konzentriert, jedoch mit Verschiebungen Nach wie vor repräsentieren die Regionen Nordamerika, Asien und Europa mehr als die Hälfte der globalen HNWI-Population. Nach Ländern führen die U.S.A., Japan und Deutschland die Liste an: Zusammen wohnten hier 2008 54 Prozent der HNWIs weltweit, ein geringfügiger Anstieg gegenüber 2007 (53,3 Prozent).
Chinas HNWIs überholten zahlenmäßig Großbritannien; sie rangieren damit weltweit an vierter Position. In Hongkong sank die Zahl der aktuell 37.000 HNWIs prozentual am deutlichsten: minus 61,3 Prozent. In den Vereinigten Staaten war ein Rückgang der Anzahl HNWIs um 18,5 Prozent zu beobachten. Dennoch leben hier mit 2,5 Millionen oder einem prozentualen Anteil von 28,7 Prozent weiterhin die meisten HNWIs weltweit. In Europa war die Entwicklung nach Ländern unterschiedlich.
Ein Beispiel: minus 12,6 Prozent in Frankreich, jedoch nur minus 2,7 Prozent in Deutschland. Japan, wo über 50 Prozent aller HNWIs der Asien-Pazifikregion leben, verzeichnete - ganz im Gegensatz zu Hongkong - mit minus 9,9 Prozent einen eher geringfügigen Rückgang bei der Zahl der HNWIs. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass in Japan die Verlangsamung des volkswirtschaftlichen Wachstums bereits 2007 eingesetzt hat.
Österreich: Zahl der HNWIs sinkt In Österreich verringerte sich die Zahl der vermögenden Privatpersonen im Jahr 2008 um 9,8 Prozent von 77.700 auf 70.100.
Wesentliche Einflussfaktoren waren hierbei der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 1,6 Prozent und der deutliche Verfall der Marktkapitalisierung im ATX um 67,7 Prozent.
Positiv auf die Entwicklung des Vermögens wirkten sich die Reduktion der Refinanzierungsraten durch die Europäische Zentralbank sowie die von der Bundesregierung beschlossenen Konjunkturpakete im Oktober und Dezember 2008 aus.
Ausblick:
Wachstum des HNWI-Vermögens mit Erholung der Weltwirtschaft erwartet Insgesamt wird das Finanzvermögen der HNWIs bis zum Jahr 2013 wieder auf 48,5 Billionen USD ansteigen; dies entspricht einer jährlichen Zuwachsrate von 8,1 Prozent. Nordamerika und die Asien-Pazifikregion werden hier führend sein, wobei der Asien-Pazifikraum 2013 die Vereinigten Staaten überholen wird. Beflügelt werden diese Regionen durch steigende Konsumausgaben in den U.S.A. und die verstärkte Autonomie der chinesischen Wirtschaft, die schon jetzt einen erneuten Anstieg der Konsumnachfrage auslöst. Rückzug in Barmittel, festverzinsliche Werte und Immobilien Weltweit verringerten die HNWIs 2008 ihre Investitionen in Aktien.
Weiter investierten die HNWIs einen geringfügig größeren Teil ihres Finanzvermögens in Grund- und Immobilienbesitz, der nunmehr im weltweiten HNWI-Portfolio 18 Prozent ausmacht und somit 4 Prozent über dem Wert von 2007 liegt. Der proportionale Anteil an Sichteinlagen hat ebenfalls deutlich zugenommen. Er lag mit 21 Prozent des Gesamtportfolios 7 Prozent über dem Wert von 2006. In Japan, wo Spareinlagen traditionell einen hohen Stellenwert haben, wurde mit 30 Prozent der größte Anteil jener HNWIs verzeichnet, die Zuflucht in barmitteläquivalenten Anlagekategorien suchten.
HNWIs in Nordamerika hingegen hatten mit 14 Prozent den vergleichsweise geringsten Teil ihres Portfolios in Barmitteln oder Depositen investiert und lagen damit nur drei Prozentpunkte über dem Wert von 2007.
"Thema des vergangenen Jahres war die Wahrung von Werten, nicht ihre Steigerung", so Erasim. "Die Finanzkrise des letzten Jahres hat zu einer deutlich erhöhten Risikoaversion bei Privatanlegern geführt und so fanden sich diese am Ende mit großen Mengen Barmittel und Staatsanleihen in ihren Portfolios wieder. Mit der Erholung der Märkte verfügen sie über die entsprechende Flexibilität, ihre Strategien neu auszurichten und dabei in neue, sich entwickelnde Chancen zu investieren."
Mehr Informationen finden Sie unter capgemini.com

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