Der Staat leistet indirekt Beihilfe zur Wirtschaftskriminalität, die nicht selten mittels Insolvenz "beerdigt" wird.Ausgehend von einer komplizierten Rechtsstruktur des Insolvenzrechts und der Angst ja keinen Fehler zu machen, weil dann haftet det Insolvenzverwalter persönlich mit seinem Vermögen.
Es wird das getan was am Einfachsten ist - Schließen.
Die Unternehmen sind aber andererseits bereits so heruntergewirtschaftet, dass dies oft auch die einzig sinnvolle Lösung ist.
Cirka 80-90% der wirklichen Ursachen für Insolvenz sind Unternehmer-Geschäftsführungsversagen.
Die Bandbreite reicht von unternehmerischer Inkompetenz über Vertrauensseligkeit (wird schon gut gehen) bis in nicht unerheblichem Maß: kriminelle Energie (Betrug, Veruntreuung, Täuschung usw) und sei es nur am Geschäftspartner, wenn schon nicht am Kunden (mangelhafte Leistung) oder beim Lieferanten (vorsätzlicher Gegenleistungsverweigerung - Zahlung).
Mehr Gläubigerschutz wäre nur durch größere Transparenz möglich, frühere Einsicht in die Bücher. Zwar müssen sämtliche Kapitalgesellschaften ihre Bilanzen innerhalb von 9 Monaten nach dem Bilanzstichtag beim Firmenbuch am zuständigen Handelsgericht hinterlegen, nur was ist wenn nicht?
Übertretungen werden eher spät, und wenn überhaupt mit geringfügigen Geldstrafen geahndet. Also was solls - außerdem ist der Informationswert infolge Zeitverzug sowieso schon überholt.
Im Falle von Wirtschaftskriminalität sind Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft sind in ca 90% der Fälle aussichtslos, ausser es gibt prominente Beteiligte und/oder ein bekannter Rechtsanwalt hat die Anzeige verfasst. Man bekommt den Eindruck, dass es sich die Staatsanwaltschaft leicht macht, indem diese die Latte für Verbrechen so hoch legt, dass kaum ein Finanz- oder Wirtschaftsverbrecher verfolgt, angeklagt und verurteilt wird. Nicht einmal Gerichts-Gutachten können einzelne Staatsanwaltschaften zu einer Anklage bewegen, wozu auch, Einstellung im Zweifel ("in dubio pro reo") und undurchsichtige Komplexität und schon hat man/frau weniger zu tun.
Die Staatsanwaltschaft hat auch zuwenig wirtschaftlich versierte Juristen, welche aktuellen die Tricks kennen und sich in die Seele eine Wirtschafts-Schwerenöters versetzen können/wollen.
Damit ist aber einer Insolvenz mit kriminellem Hintergrund Tür und Tor geöffnet -zusperren und amtlich versiegeln. So schnell wächst Gras drüber und keiner fragt mehr blöd nach. Wochen später wird eine neue Firma gegründet und unter anderem Namen weitergewurschtelt. Auf der Strecke bleiben gutgläubige Kunden und Lieferanten - Zuschauer: die Gerechtigkeit.
Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass auch der Staat infolge hinterzogener Abgaben, Steuern als Gläubiger auf der Strecke bleibt.
Dass der Staat aktuell aus Kosteneinsparungsgründen noch "das Tüpfelchen auf dem i" liefert ist schon durch wenig mehr zu toppen. Der Staat in seiner Hilfslosigkeit ermöglicht eine Ausbreitung der verrohenden wirtschaftlichen Unsitten und Betrügereien.
Korruption und andere Vorteilsnahmedelikte sind alltäglich. Hier das Bekenntnis eines Täters -->
Nicht selten sind Politiker und Behörden wissende Erfüllungsgehilfen und man drückt beide Augen zu im Dienste einer florierenden Wirtschaft. Dass dabei ehrliche Unternehmer zwangsläufig auf der Strecke bleiben wird in Kauf genommen - Wirtschaftsdarwinismus eben - das muss man schon verstehen.
Wenn jemand ein Geldbörsel mit 100 Euro stiehlt ist sein Chance gefaßt und verurteilt zu werden erheblich größer als wenn ein Unternehmer 100.000 Euro veruntreut, trotz Anzeige .
Generell sollte nach mitteleuropäischem Verständnis der Gläubiger geschützt werden. Nur ist das mit den Insolvenzrecht möglich. Wir haben eine Insolvenzpraxis mit eine Konkursanteil von über 90%, Ausgleiche gibt so selten wie eine Sonnenfinsternis.
Was läuft da falsch, wenn Gläubiger im Schnitt 3-9% ihrer Forderungen rückerstattet bekommen?
In den USA steht eher die Fortführung des Unternehmens im Vordergrund und nach "Chapter 11" der Schutz des Unternehmens vor andrängenden Gläubigern. Also eigentlich andersrum als bei uns.

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