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23. Dezember 2009

Täter im Nadelstreif

Leidet die Wirtschaft, hat die Kriminalität auf den Teppichetagen Hochkonjunktur.
Angezeigt werden die wenigsten. Das hat seine ganz konkreten Gründe.

Die Wirtschaftskrise begünstigt die Wirtschaftskriminalität. Dies ergab Studien der Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young (E&Y) sowie PricewaterhouseCoopers (PwC).

Bei Wirtschaftsdelikten ist die Dunkelziffer sehr gross, weil viele Unternehmen auf eine Anzeige verzichten. Sie fürchten, ihr Ruf könnte wegen einer Strafuntersuchung leiden.
Doch die Justizbehörden stossen hier an ihre Grenzen. «Die Untersuchung komplexer Wirtschaftsfälle dauert in der Regel mehrere Monate, wenn nicht Jahre.

70 Prozent der Täter stammten aus dem mittleren und oberen Management, hält PwC fest. Gestiegener Leistungsdruck und der Wunsch nach Erhalt des Lebensstandards seien die Hauptursachen für Wirtschaftsdelikte.
Die Manager setzen das illegal erlangte Geld für unterschiedlichste Zwecke ein. Meist diente es der Finanzierung von Luxus in jeglicher Form, so dem Kauf von Luxusfahrzeugen oder einer Yacht. In manchen Fällen verwendeten die Täter das Geld auch für Schönheitsoperationen, Spielsucht oder Besuche im Rotlicht-Milieu.

28. November 2009

Management in der Krise

Nicht die Wirtschaft steckt in einer Krise, sondern die Manager.
Management-Experte Kurt Matzler spricht das aus , worüber sich viele am Stammtisch aufregen.

1. Ziel der Firma ist es, die Rendite der Eigentümer zu maximieren

„Manager haben geglaubt, dass Shareholder-Value, also die Fokussierung auf den Aktienkurs, den Unternehmenserfolg sichert und Wohlstand schafft“, erklärt Matzler. Das Problem: Dieser Ansatz bewirkt kurzfristiges Denken, Profit-Gier und unsoziales Handeln sowie eine Entkoppelung der Führungskräfte vom Unternehmen und exzessive Wachstumsstrategien.

„Mitte der 80er haben es sich Konzerne zur Aufgabe gemacht, Unternehmen mit günstigen Aktienkursen aufzukaufen. Die so genannten Heuschrecken“, sagt der Management-Experte. Für Manager bedeutete das: Aktienkurs hochhalten, damit mir das nicht passiert. „Es entwickelte sich eine regelrechte Angst vor der Börse.“

2. Heroische Führungskräfte schaffen den Unternehmenserfolg!

„Führungskräfte, deren Gehalt an den Shareholder Value geknüpft ist, tun genau das, was von ihnen verlangt wird: Sie steigern den Shareholder Value“, sagt Matzler. Denn oft sind die Gehälter der Top-Führungskräfte mit der Aktienperformance verbunden. Studien haben ergeben, dass Gehalt und Aktienkurs zusammenhängen: Je höher das Gehalt der Führungskraft, desto höher ist auch die Aktienperformance. Aber: „Gehalt und Rentabilität hängen keineswegs in so einem positiven Verhältnis zusammen.“

3. Hohes Wachstum sichert den Erfolg

Die Shareholder Value- Orientierung führt zu exzessiven Wachstumsstrategien. „Aktiengesellschaften müssen nicht nur wachsen. Sie müssen vor allem über den Erwartungen der Analysten wachsen. Und haben sie das einmal getan, müssen sie noch mehr wachsen, weil die Analysten ja erwarten, dass sie über den Erwartungen wachsen“, erklärt Matzler die paradoxe Situation.

Er hat dazu mehr als tausend Firmen befragt und deren Umsatzwachstum mit der Rentabilität in Zusammenhang gesetzt. Das Ergebnis: Mit dem Umsatz wächst vielleicht der Börsenkurs, nicht unbedingt aber die Rentabilität. „80 Prozent der Firmen sind in den vergangenen zehn Jahren gewachsen. Das Erschreckende: Knapp die Hälfte davon betreiben dabei Wertvernichtung!“, zeigt er auf. Wachstumsraten von über 30 Prozent pro Jahr seien sogar gefährlich. „Man ist so im Tagesgeschäft, dass man sich über die Struktur der Firma zu wenig Gedanken macht. Und das wäre wichtig, weil die Firma in drei Jahren schon doppelt so groß ist.“

4. Das Ziel ist überdurchschnittliche Rendite

„Das liest man in fast jedem Management-Lehrbuch“, sagt Matzler. Studien zeigen aber, dass es kaum möglich ist, langfristig überdurchschnittliche Erträge zu verdienen! Man bedenke: Das durchschnittliche europäische Unternehmen ist 12,3 Jahre alt! Das strategische Ziel sollte also nicht überdurchschnittliche Renditen, sondern die Sicherung des langfristigen Überlebens sein! Umso schwieriger ist das, wenn Vorstände im Schnitt nur sechs Jahre in einem Unternehmen bleiben und der Aufsichtsrat ihnen durchschnittlich zweieinhalb Jahre Zeit gibt, um Erfolg zu haben.

5. Der Erfolg hängt von der Branchenrentabilität ab!

„In einem der angesehendsten Lehrbücher steht: Je besser die Branchen, desto mehr Erfolg habe ich“, sagt Matzler. Das habe dazu geführt, dass sich große Konzerne für Akquisitionen Firmen nach Branchen ausgesucht haben – mit mäßigem Erfolg. „Der richtige Weg wäre, sich auf die eigenen Kernkompetenzen zu konzentrieren und dann zu sehen, welche Branche da dazu passt.“

6. Je mehr Information, umso besser unsere Entscheidungen

„Diese Kurve verläuft wie ein umgedrehtes U“, sagt der Experte. Bis zu einem gewissen Punkt hilft die Menge der Informationen für eine gute Entscheidung. Nach diesem Punkt aber können zu viele Informationen vom Kernthema ablenken. „Informationen helfen zu 50 Prozent. Der Rest ist Intuition und Glück“, sagt Matzler. Er erklärt Intuition, also das Bauchgefühl, rational: Je vielschichtiger und je umfangreicher die Erfahrung, umso mehr Muster sind dem Entscheider vertraut. Je mehr Muster ihm vertraut sind, umso besser seine Intuition. „Und nur eine Führungskraft mit hoher emotionaler Intelligenz und einem gesunden Maß an Risikobereitschaft traut sich, auf das Bauchgefühl zu hören.“

Quelle Nachrichten 28.11.2009 ; aus einem Vortrag an der Universität Linz - Kepler Society

9. November 2009

Pyramid of Capitalism

zum Vergrößern bitte abklicken

Quelle: Wikipedia

31. Oktober 2009

Homo oecinomicus - Gibts nicht - oder doch?

Nach diesem Idealbild der herkömmlichen ökonomischen Theorie handelt der Mensch stets rational und nutzenorientiert, doch die Realität sieht oft anders aus. Die Verwunderung über so manches offensichtlich irrationale Verhalten bewegt die Wirtschaftswissenschaften schon seit Jahrzehnten.

Wissenschaftler haben nun untersucht : "Was geht nur in den Köpfen vor?"

Angstschweiß wegen „Verlustaversion“

Doch Phelps und ihre Mitarbeiter beobachten bei etwa der Hälfte der 30 Testpersonen ein Phänomen, das schon seit einiger Zeit unter der Bezeichnung "Verlustaversion" die Wissenschaft beschäftigt und den Anlegern den sprichwörtlichen Angstschweiß auf die Stirn treibt. Selbst wenn die Chancen gut stehen, gehen sie auf Nummer Sicher und investieren oft lieber gar nichts - deshalb ist auch die Börse im richtigen Leben bei Privatanlegern so unbeliebt. Auf dem Computerbild sehen die Forscher, woran das liegt: In solchen Momenten ist die Amygdala aktiv, eine Region im Gehirn, in der Gefühle wie Angst verarbeitet werden. Doch schon in der zweiten Runde des Experiments ändert sich das. Die Schweißausbrüche reduzieren sich, sobald den Testpersonen gesagt wird, dass sie wie Börsenhändler denken sollen: Nicht das einzelne Investment zählt, sondern das Portfolio als Ganzes.

Durch einen kleinen Perspektivwechsel lassen sich Gehirn und Körper austricksen.

Genau das ist der Knackpunkt. Bloss wie stellt man das an?

Wir kennen ihn alle, den "inneren Schweinehund". Das ist der der uns abhält Dinge aktiv anzugehen, notwendige Dinge zu tun, wir wissen es, aber wir tuns nicht, weil ja weils bequemer ist nix zu tun.
Oder stimmt das gar nicht. Oder ist die Amygdala in Wirklichkeit die Instanz die uns lenkt....
Über 95% aller auf uns einströmenden Informationen (über unsere Sinne) werden von der Amygdala entschieden ohne dass unser Großhirn damit belastet wird.
Aus mit dem Aberglaube der Mensch würde rational entscheiden nicht einmal 5% aller Entscheidungen werden vom "langsamen" Großhirn bearbeitet. Das wäre dann Bedeutung zum Thema "rational und nutzenorientiert" handelnder Mensch - eben "homo oeconomicus".

16. Oktober 2009

Umverteilung auf 3 Schienen

Karl Marx hat schon im 19. Jahrhundert erkannt (er nennt es wenig vornehm Ausbeutung), dass auf 95 hart schuftender Menschen, die der Arbeiterklasse zuzuzählen sind, 5 Profiteure kommen, denen es gelingt Vermögen aufzubauen, riesige Vermögen. = 1. Umverteilungsschiene

Damit sich die Arbeiter dennoch etwas schaffen konnten mußten diese Kredite in Anspruch nehmen, teilweise mit hohen Zinsen und kamen so selten aus dem Kreislauf (Hamsterrad) heraus, um ein bisschen Vermögen aufzubauen. = 2. Umverteilungsschiene

Das ist ja alles längst bekannt und nichts Neues - stimmt.

Bloß ab cirka 1970 gelang es immer mehr Leuten in Ländern der "zivilisierten Welt" dennoch Nettovermögen zu schafffen und zwar soviel, dass diese auch noch in der Lage waren Beträge für die Zeit nach der Arbeit auf die Seite zu legen.
Das machte Sinn, denn die Lebensdauer hat sich in den letzten 150 Jahren um ca 20 Jahre verlängert - und somit auch die Zeit nach dem Berufsabschnitt in dem man halbwegs gut leben möchte.

Die Leute sparten, andere bauten Anlegerwohnungen, um aus den Erträgen einen zusätzlichen Pensionsbetrag zu erhalten.
Manche hatten das Glück in einem Untenehmen mit einer Betriebspensions (2. Pensionssäule) zu arbeiten, andere investierten in eine private Pensionsvorsorge (3. Pensionssäule). Egal, letztlich werden in beide Säulen Vermögen am Finanzmarkt aufgebaut, in der Hoffnung, dass sich diese (kräftig) vermehren.
Das funktionerte eher leidlich, den Erlebensversicherungen (ein steuerbegünstigter Hit der letzten 30 Jahre) brachte Renditen in Sparbuchhöhe, wenn überhaupt. Die Pensionskassen veranlagten in Aktien und Anleihen, bloß waren die Renditen niedriger als die Zuwächse auf diesen Produkten. Also auch nicht das Gelbe vom Ei, wie man so sagt. siehe hier-->

Warum ist das so?
Warum verdienen im Gegensatz dazu manche Finanzunternehmen Unsummen?
Woher kommen diese Milliardenbeträge die über eine Art Mitarbeiterbeteiligung (besser als Bonusse bekannt) an die Mitarbeiter ausgeschüttet werden. siehe hier -->

Könnte es nicht sein, dass diese Milliardengewinne die 3. Umverteilungsschiene geworden ist, in dem es diesen gelingt durch massiven Einsatz von Spezialisten (Finanzleuten) und Technik (Computer) die Märkte in gewissen Bereichen mehr oder weniger zu steuern (manipulieren siehe hier --> ) und so anderer Leute Verluste (= geringe Performance der Pensionsfonds) als Gewinne einkassieren.

«Die mächtigste Investmentbank der Welt ist ein grosser, vielarmiger Vampir, der die ganze Menschheit im Griff hat und mit seinen Blutsaugern unaufhörlich alles erfasst, das nach Geld riecht». Diese Beschreibung von Goldman stammt vom Journalisten Matt Taibbi von der einflussreichen Zeitschrift «Rolling Stone». Sein Artikel über die Bank – «The Great American Bubble Machine» - ist auf riesige Resonanz gestossen, selbst an der Wallstreet.

Gemäss Taibbi hatte die 1869 gegründete Bank jede der grossen spekulativen Übertreibungen an den Kapital- und Rohstoffmärkten kräftig angeheizt. Das war so, bevor das Ende der Exzesse in die Grosse Depression mündete, bei der Internetbubble in den 90er-Jahren, bei den jüngsten Übertreibungen am US-Immobilienmarkt, die die Finanzkrise auslösten und schliesslich beim Anstieg der Erdölpreise im letzten Jahr, als das Fass beinahe 150 Dollar gekostete.

Selbst bei der Billionen-Rettungsaktion der Banken durch die US-Regierung, hatte, laut Taibbi, Goldman Sachs die Finger im Spiel.
First attack , done
Bild: RJ Matson, St. Louis Post Dispatch

second attack - asap (as soon as possible)

Und was für ein Zufall, hier ein passender Artikel im Tagesanzeiger -->
Es gilt die neue Regel: Wer einen IQ von mehr als 110 Punkten hat, darf nicht Banker werden. Das Risiko ist zu gross, dass.....

6. Oktober 2009

Stromoligopol in DE


Billige Energie für Großabnehmer, teurer Strom für Privathaushalte - die Preispolitik der Versorger in Deutschland alarmiert Verbraucherschützer. Die Anbieter sollen Kostenvorteile vor allem an die Industrie weitergeben. Der Normalkunde zahlt dagegen mehr.

In Deutschland gibt es nur 4 Stromanbieter:
  • EON
  • RWE
  • EnBW
  • Vattenfall
Mehr im Spiegel -->

24. September 2009

Dinosaurier und Oligopole

Was unterscheidet beide voneinander?
Erste sich schon ausgestorben, Zweitere arbeiten daran.

Ich bezeichne extrem große, global tätige Unternehmen mit zigtausenden Mitarbeitern als "Dinosaurier".
Riesig, gewichtig , schwerfällig, die behäbig ihren Weg beschreiten und alles was sich ihnen in den Weg stellt niederstampfen - gewollt oder ungewollt - und trotzdem sind diese mächtigen Dinosaurier ausgestorben. Bloß in der Wirtschaft ist es noch nicht so weit.

Über das Wirken und Handeln von einer solchen Spezies am Beispiel von Rating Agenturen sei hier kurz geschildert.
Dies 3 Unternehmen führen weltweit zw. 90 und 95% aller Ratings von Nationen (für Staatsanleihen), börsennotierten Unternehmen, Wertpapieren (Anleihen, CDS, ABS...) uvm. durch und sind damit ein klassisches Oligopol.

Diese Ratings haben den Vorteil, dass sich ein Käufer von Wertpapieren (Aktien, Anleihen,usw) eine detailliertes Bild über das Ausfallsrisiko machen kann - Ratings ermöglichen das Risiko einzuschätzen.

In der 2008 Finanzkrise hatten diese Ratingagenturen eine Schlüsselstellung.
Rating-Agenturen wie eben S&P oder Moodys haben den „Ramsch-Papieren" (wie gebündelten Hypotheken (ABS,CDS) von Schuldnern geringer Bonität) genau diese besten Ratings gegeben.

Mehr als hundert Banken wurden insolvent, viele haben sich auf die Ratings der 3 Agenturen verlassen und haben in wirklichkeit statt AAA nur Schrott gekauft. Klassischer Fall von Täuschung.

Wer hat schon gegen die krasse Fehlbewertung der Rating-Agenturen seine Stimme erhoben?

Die Rating-Agenturen hingegen sind leider nicht in der Schusslinie . Da hört man nichts von Konsequenzen, und sei es nur personeller Natur.

Warum dürfen diese trotzdem wie bisher weitermachen, warum werden sie von ihren Auftraggebern bezahlt und haben keinerlei Konsequenz zu befürchten - selbst dann nicht, wenn ihre krasse Fehleinschätzung die gesamte Weltwirtschaft ins Wanken bringt?

"Im Zuge der Tätigkeit bei Mc Kinsey (großes weltweites Beratungsunternehmen) fragte ein Berater einen S&P-Mitarbeiter, wie sie zum Triple-A für diese Papiere (gebündelte Ramsch-Hypotheken) kamen. Er hat verlegen geantwortet, dass ja keinerlei negative Erfahrungen vorlagen, also bliebe ihnen nichts anderes übrig.

Finanzkonstrukte, zu denen es nur deswegen keine negativen Erfahrungen gibt, weil sie neu sind, erhalten das AAA!"

Heute beginnt der G-20 Finanzgipfel in Pittsburg - USA mit dem Ziel möglichst eine strenger geregelte Finanzordnung zu schafffen. Es geht um die Beschränkung der Banken-Boni, Risikoreduktion bei Bankaktivitäten, aber über unfähige Ratingagenturen wird nicht diskutiert.

Es traut sich scheinbar niemand die streckenweise mangelhafte Kompetenz dieser Finanzdienstleister in Frage zu stellen. Auch habe ich bisher noch von keinen Klagen aus dem Bankenbereich gegen Ratingagenturen wegen Schadenersatz infolge grob fahrlässiger Falschbewertung gehört.

Das hängt vermutlich auch damit zusammen, dass die eine oder andere Bank Ratings braucht und da beißt sich die Katze in den Schwanz, denn wer klagt bekommt vermutlich andernorts keine Dienstleistung mehr.

Damit ist wieder einmal nachgewiesen, dass mangelnder Wettbewerb (Oligopole) ein Störfaktor in der Weltwirtschaft sind und in weiterer Folge maßgeblich an Fehlentwicklungen beteiligt sind.

Aufgrund der Größe kommt es wie so oft zu keinen Konsequenzen, weil diese Unternehmen übermächtige Mittel (Geld) und Netzwerke (Lobbying und Verstrickungen in Politik) haben, um zu verhindern, dass ihre Macht und Unternehmensgröße beschnitten wird - to big to fail...


7. Juli 2009

Ersatz für Banken

Schon mal was von prosper.com gehört?

prosper.com ist eine Plattform (virtueller Marktplatz) für Leute die Kredite brauchen und Leute die Geld verleihen.

7.7.2009 Dies findet in Form von Auktionen statt, die dem Grunde nach ähnlich den Zinstendern der Zentralbanken ähneln.

Der Kreditsuchende gibt in seinem Profil auskunft über die gewünschte Kreditsumme, über seine Bonität. Je nach Bonität zahlen die Personen unterschiedlich hohe Zinsen.
Das Besondere bei prosper.com ist, dass die Einschätzung der individuellen Kreditwürdigkeit der Personen anscheinend mit dem Gesichtsausdruck korreliert. Diese Erkenntnis machte der US Forscher Duarte in einer Studie über 6800 Prosper Teilnehmern .

Das käme eine Direktvertrieb von Geld unter Auschaltung der Banken und deren teueren Strukturen gleich. Wenn es dann noch zu einer Pooling der unterschiedlichen Kredite zu größeren Paketen kommt, um die Ausfallsicherheit zu mischen, dann handelt es sich schon wieder um ähnliche Konstrukte wie die ABS und CDO die ja aus der Subprime Hypothekenkrise allzu bekannt sind.

Diese Bündelung an sich war nichts schlechtes , im Gegenteil.
Was gefehlt hat war die begleitende Dokumentation die Inhalte,
quasi ein Herkunftsnachweis von welchem Rind, auf welchem Bauernhof das Fleisch stammt das in der Wurst XY verarbeitet wurde.

Ausserdem sollten diese Schuldschein-Pakete nicht weiterverkauft werden dürfen.

(Material von die Presse)

1. Juli 2009

Versandhandel muss scheitern


Die Zeiten haben sich verändert - jedoch kaum beim Versandhandel
Das Großkaufhaus ist seit über 15 Jahren out - Andere Einzelhandelskonzepte und Internet sind in

01.07.2009 ARCANDOR wollte das nicht wahrhaben und hat konsequent - unbeirrbar - sowohl auf der Großkaufhaus in teuren Innenstadtlagen (Karstadt) und auf den Versandhandel (Quelle) gesetzt...
Quelle ist sehr wohl auch im Intenet präsent aber eben diese Doppelgleisigkeit war die Kostenfalle....Was vor 50 Jahren ein Erfolgskonzept war, muss es nicht für immer bleiben...

... wenn man die 1400 Seiten mit Zehntausenden von Produkten studiert, muss man feststellen, dass der Quelle-Katalog eine ganz andere Schwierigkeit zum Ausdruck bringt: Es ist die Unsicherheit darüber, wie man den Wunsch nach dem "Modernen" in der Warenwelt ansprechen kann, ohne sich dabei komplett von der Geschlossenheit des kleinbürgerlichen Weltbildes zu verabschieden, die der Versandkatalog einmal repräsentiert hat...(Süddeutsche)

Das Konzept der ARCANDO für Karstadt - Quelle ist über weite Strecken ein Konzept des Mißmanagement. Mißerfolg ist hausgemacht, der dann noch durch die Krise verstärkt wird. Das beweist das Konzept von Aldi und Lidl.
Mißerfolg soll nicht verlängert werden, schon gar nicht mit staatlicher Unterstützung.
Es wird immer Arbeitsplätze im Handel geben, bloss bei anderen Arbeitgebern und in leistungsfähigeren Unternehmen.

29. Juni 2009

Die Mitte stirbt - die andere Mitte überlebt


Anfang der achtziger Jahre des 20 Jahrhundert begann sich dieser Trend "weg von der Mitte" kräftig abzuzeichnen. Von vielen wurde dies ignoriert, was oft zum Ausscheiden aus dem Markt des Einzelnen führte.

Einige Betrachtungen und Beispiele sind hier angeführt.

Ab 2003 wurde der Stehsatz "Die Mitte stribt" durch "alle Gassen" getrieben. Verantwortlich war der Zukunftsforscher Matthias Horx der spät das formuliert und dazu im Buch: " Future Fitness: wie Sie Ihre Zukunftskompetenz erhöhen" schrieb, was andere seit Jahrzehnten erkannten. ."..Verlassen Sie die tödliche Mitte!"

Trendforscher wie Matthias Horx malen keine schöne Zukunft ..... „Kaufverweigerung und Preisbetonung stehen der Suche nach außergewöhnlichen Status- und Sinnprodukten gegenüber, die qualitative und preisliche Mitte stirbt, dagegen wachsen die Peripherien Diskont und Luxus überproportional.“ Seit der Veröffentlichung dieser These im Jahr 2003 wurde sie landauf, landab durch die Medien gereicht. Die Mitte - Sie hat ja keine Zukunft. Auszug von hier-->

Beispiele2005 : AT Kearny sagte: Überlebensstrategien für Reisebüros
Wien (pte/12.07.2005/13:31) - ...Der Konsument will einerseits komfortabel und luxuriös wohnen, sich also beispielsweise in einem 5-Sterne-Hotel einmieten, andererseits den Weg dahin aber mit einem Billigflieger nehmen. Eine Marktpolarisierung findet statt, Mittelklasse-Reisen sterben aus und der Trend geht in Richtung bester Preis für eine sehr gute Leistung. "Die Mitte stirbt", so die Tourismusexpertin Claudia Witzemann von A.T. Kearney. ...-->


...es zeichne sich ein anhaltender Trend hin zu hochwertigen Waren ab. Die Konsumenten bewegten sich zunehmend zwischen Discount und Luxus, zwischen Aldi und Armani, befand Jürgen Hubbert: (ehem. Vorstand der Daimler Chrysel AG) "Die Mitte stirbt aus."-->

Zukunftsforscher Horx hat den Satz "Die Mitte stirbt" einst geprägt. --->

Polariserungen auf allen Ebenen ob Mode, Auto, Unternehmen, Einkommen usw..
wenige - klein - fein- teuer - Klasse... versus viele - groß - einfach - billig -Masse ...
und das was dazwischen so noch gibt das wird über kurz oder lang "zu Grabe getragen".

Es gilt immer eines ein Trend hält solang bis er beendet ist. Diese an sich banale Erkenntnis gilt nicht nur in der Charttechnik sondern immer und überall. Aber die wenigsten wissen damit umzugehen.

Viele verfallen in den Fehler, wenn ein Wandel sich abzeichnet, dass dieser sich dann unendlich fortsetzt (Hockey Stick - Effekt) . Auch Unternehmenslenker und oder -berater die oft nur 3 Jahre (danach ist für viele bereits unendlich!) voraus denken sind häufig Anhänger dieser Entwicklungsszenarien.

... Einatmen - kleine Pause - Ausatmen - kleine Pause - Einatmen - kleine Pause ...
Das machen Menschen, Tiere, Meere (Ebbe-Flut), Unternehmen, Nationen, Börsen und genauso verändert sich die Welt, ob in Zyklen von wenigen Sekunden bis zur nächsten Eiszeit.
Trends enden natürlich nicht abrupt.
Trends "schleichen sich ein, verstärken sich" - Erinnerungen an den Verlauf der Sinus-Kurve sind erwünscht. Diese Erkenntnis ist auch nicht neu, denn schon Kondratjew hat 1926 Zyklen erkannt die nach Wellenform ablaufen und beschrieben was da seiner Meinung nach abläuft.
Hilfreich in der Beurteilung von wellenförmigen Trends sind die Erkenntnisse von Elliott -->

Trendsensible erkennen neue Trends früher als bewahrende Existenzen. Viele springen auf Trends auf, wenn dieser schon voll im Laufen ist, Vergleiche zu Börsentrends und Anlegerverhalten sind erlaubt und sogar erwünscht, denn dort kann man sehr deutlich erkennen wozu es führt Trends rechtzeitig zu identifizieren und "dabei zu sein". Was man dabei erlebt wird hier beschrieben-->

Und so wird auch der Trend : "Die Mitte stirbt" eines Tages zu Ende sein.
Betrachte man Modetrends und man hat schon "einige Semester am Buckel", dann stellt man fest ... das war doch vor 20 Jahren auch modern...

Trends neigen nicht zwangsläufig zur Umkehrung , zum Gegenteil, zumindest nicht in der Darstellung der zweidimensionalen Sinuslinie, sondern zur Variation, etwas Neues kommt hinzu etwas Anderes fällt weg- für visuell Begabte kommt die 3.Dimension dazu - eben die neuartige Variation des Grundmusters.

Somit könnte man sagen irgendwann wird gelten Die "andere" Mitte lebt.

Möglicherweise kann diese Weltwirtschaftskrise genau diese "andere Mitte" ein neues Leben einhauchen: Warum?
  • Kleinere und Mittlere Unternehmen (KMU) sind tendenziell regional aufgestellt und in der Region gut verwurzelt.
  • KMU haben in der Vergangenheit nicht enorme Verluste eingefahren durch Fehlentscheidungen des Managements, welches abgehoben und fern der betrieblichen Basis mehr träumt als operiert. Als ein Beispiel sei erwähnt die Vision "Weltauto-Firma Daimler-Chrysel" des Herr Schrempp.
  • KMU haben nicht die enormen (vermeintlichen) Drang sich zu vergrößern, um (angeblich) zu überleben, Beispiele: ArcelorMittal, Rio Tinto, BHP, Basic Elements( Deripaska).
  • KMU können keine Monopole oder Oligopole anstreben, dafür sind sie viel zu klein.
  • KMU sind aber keine schwerfälligen Schlachtschiffe die bereits 20 km vor der Hafeneinfahrt bremsen müssen. KMU sind kleine, wendige, flexible Sportboote.
Vor kurzem ist so ein Schlachtschiff "General Motors" mit voller Fahrt an die Mole gefahren, weil das Management absolut unfähig war zu erkennen, dass es wenig Sinn macht auf Schlachtschiffe zu setzen, wenn ....

Die andere Mitte lebt:
In der Bevölkerung ist die Mitte der anständige Erwerbstätige (egal ob selbständig oder unselbständig) im Jahreseinkommenssegmentcirka zwischen 35 - 150.000 Euro angesiedelt. Die Leute zahlen die Steuern, diese Leute sind die Leistungsträger der Gesellschaft. Diese Leute tragen ihr Erspartes nicht in die Schweiz, auf die Kanal Inseln oder in eine Steueroase oder in eine steuersparende Stiftung. Diese Leute "blechen überproportional" hohe Steuern.

Belege dafür:

... In ihrem Fazit unter dem Thema „Die Mitte lebt – 10 Kernergebnisse“ sagen die Marktforscher: „Konzentration auf regionale Absatzgebiete ist einer der Erfolgsfaktoren, der sogar bundesweit gemessen zu relevanten Marktanteilen führen kann.“

EMOTIO SCHLÄGT RATIO – UND ZWAR DEUTLICH. Der Mensch ist kein Homo Oeconomicus. Ja, er entscheidet nach dem Prinzip „Value for money“. Doch Value ist der erste Teil dieser Formel und Money – also Geldwert – erst der zweite. Dies wird derzeit sehr erfolgreich und gerade in Sachen Regionalität gelebt. Regionale Marken können genauso emotionsgeladene Persönlichkeiten sein wie national beworbene TV-Marken, wenn man es richtig macht. Regionalität ist kein kurzfristiger Trend, sondern wird auf lange Dauer ein Erfolgsparameter sein.-->

Wir orientieren uns an den "angeblichen " Eliten, welche uns die Medien (Zeitschriften, TV) präsentieren, an deren Lebensgewohnheiten, Kleidung usw. und wissen aber gleichzeitig, dass wir diesen Standard so gut wie nie erreichen werden (können). Welcher 08-15 Bürger der ehrlich sein Geld verdient ist ein Thema für die Medien?

Kaum jemand, ausser er hat vielleicht eine außergewöhnliche Tat (Lebensrettung) vollbracht.

Diese Leute können sich kein 6 gängiges Menü beim 3 Hauben Restaurant regelmäßig leisten oder in Nobelhotels der Welt absteigen, an den mondänsten Orten mit dem Jetset auf Parties die Zeit totschlagen, während tausende Normalbürger hart arbeiten, um "denen da oben" ihren Lebensstil zu ermöglichen. Schon Johann Nestroyg hat in seiner Komödie "Zu ebener Erde und im ersten Stock" sehr trefflich die unterschiedlichen Lebenswelten grandios beschrieben.

Diese Mitte steht nicht im Rampenlicht, aber sie trägt unsere Nation.

Diese Mitte, bestehend aus ca 60-75% der Bevölkerung (je nach dem wo man Armutsgrenzen festlegt) lebt ihren Alltag fern von Glamour und Luxus und fragt regelmäßig normale Produkte und Dienstleistungen zu leistbaren Preisen nach.

Wer hat vergessen diese Mitte in den Fokus seiner Betrachtungen zu stellen?

25. Juni 2009

Sechs Wege aus den Schulden

Gilt eigentlich für jeden Haushalt - privat wie Staat

Die große Koalition verdoppelt mit einer Kreditaufnahme von 86,1 Milliarden Euro den Negativrekord von Theo Waigel. Und keiner weiß, wer das bezahlen soll.

Markus Sievers beschreibt sechs Auswege.

1 . Wachstum

Die sanfte Methode: Die Regierung bringt die Wirtschaft so auf Trab, dass Deutschland sich mit dem höheren Wachstum eine Rückzahlung leisten kann.

Dies ist die sanfte Methode für den Schuldenabbau, sozusagen die homöopatische Therapie: Die Regierung bringt die Wirtschaft so auf Trab, dass Deutschland sich mit dem höheren Wachstum eine Rückzahlung leisten kann. Dass dies keine Illusion sein muss, zeigt die jüngere Vergangenheit.

Vor der Krise reichten der Bundesrepublik zwei, drei gute Jahre, um die Steuern so weit zu erhöhen und die Sozialkassen so stark zu entlasten, dass der Staat insgesamt ohne neue Kredite auskam. Andere Länder wie Kanada, Dänemark oder Irland schafften mit einer Wachstumsstrategie sogar noch größere Erfolge bei der Haushaltssanierung.

Auch die Schweden haben nach ihrer Bankenkrise bewiesen, dass eine Trendumkehr gelingen kann, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen.

Eine Wiederholung allerdings scheint fraglicher denn je. Auch hier gilt: Bei aller Unsicherheit ist klar, dass die Wirtschaftskrise das Wirtschaftswachstum auf lange Zeit wohl drücken wird. Die Bundesregierung unterstellt bei ihrer Finanzplanung bereits ein reales Wachstum von 1,9 Prozent vom Jahr 2011 an. Dies dürfte allerdings kaum gelingen. Dennoch muss jede Bundesregierung diese Grundregel der Finanzpolitik beachten: Gegen die Konjunktur lassen sich die Haushalte nicht sanieren.

2. Ausgaben kürzen

Die leichteste Antwort: Wenn der Staat mehr ausgibt als er einnimmt, muss er sparen. Das Problem ist: wie?

Wenn der Staat mehr ausgibt als er einnimmt, muss er sparen. Dies ist die leichteste Antwort auf die Schuldenkrise. In der politischen Debatte vertreten sie vor allem die FDP sowie Teile der Union. Das Problem ist die Umsetzung.

Wo soll die Regierung denn sparen? Um welche Dimensionen es hier geht, zeigt ein Blick in die Finanzplanung der Koalition. Demnach müsste die nächste Bundesregierung, allein um die Vorgaben der neuen Schuldenbremse einzuhalten, bis 2013 fast 19 Milliarden Euro aus dem Haushalt herauspressen.

Deutschland aber hat schon vor der Krise so stark gespart, dass die öffentlichen Einrichtungen, von den Straßen bis zu den Schulen, ein Bild der Armut wiedergeben. Dies schlägt sich in einem Rückgang der Staatsquote (Anteil der öffentlichen Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt) von 48,5 Prozent im Jahr 2003 auf den international niedrigen Wert von 43,7 Prozent in 2008 nieder.

Auch die Subventionen eignen sich bestenfalls für rhetorische Attacken, nicht für echte Kürzungen. Der größte Posten, die Eigenheimzulage, ist weg. Wer mit Ausgabenkürzungen die Haushalte sanieren und zudem Steuersenkungen finanzieren möchte, muss Renten drücken, Hartz IV-Bezüge zusammenstreichen und wird nicht an Kürzungen bei Bildung, Forschung, Kinderbetreuung vorbeikommen.

3. Höhere Steuern

Nicht zu empfehlen: Die Wirtschaftskrise wird das Wachstum noch so lange drücken, dass es sich in den nächsten Jahren verbietet, Steuern zu erhöhen.

Mit Steuererhöhungen hat es die Koalition vorübergehend geschafft, den Staatshaushalt auszugleichen. Dabei kam ihr zu Gute, dass der Boom der Weltwirtschaft die deutsche Konjunktur kräftiger anschubste als die Mehrwertsteuererhöhung bremste. Auf solch ein gefährliches Glücksspiel sollte sich eine Regierung nicht ein zweites Mal einlassen. Die Wirtschaftskrise wird nach einhelliger Meinung das Wachstum noch so lange drücken, dass es in den nächsten Jahren verbietet, Steuern zu erhöhen.

Das gilt jedenfalls für alle Steuern, die einen Einfluss auf die Konjunktur haben, also für die Mehrwertsteuer ebenso wie für die Einkommen- und die Unternehmensteuern. Immer eine Option, wenn auch eine mit geringen politischen Chancen, ist eine Anpassung der Vermögensbesteuerung an internationales Niveau.

Erhöhte Deutschland sein Erbschaftsteueraufkommen auf den Stand der USA, kämen 50 Milliarden Euro pro Jahr in die öffentlichen Kassen. Wer dagegen wie DIW-Präsident Klaus Zimmermann eine höhere Mehrwertsteuer fordert, muss bedenken: Der Konsum ist der einzige Hoffnungsträger in der Krise.

Zudem muss Deutschland seine Exportabhängigkeit drosseln und die Binnennachfrage stärken statt schwächen, um von den gefährlichen Ungleichgewichten weg zu kommen.

4. Die Schulden weginflationieren

Wenn das Geld an Wert verliert, wird es für den Staat leichter, Zinsen für Kredite zu zahlen oder sogar einen Teil davon abzutragen.

Diese Sorge treibt die Deutschen um wie kein anderes Volk: Die Politik drückt die Schuldenlast, indem sie die Inflation anheizt. Wenn das Geld an Wert verliert, wird es für den Staat leichter, die Zinsen für 1,9 Billionen Verbindlichkeiten zu zahlen oder sogar einen Teil davon abzutragen.

Einige Ökonomen empfehlen schon eine moderate Inflation von drei oder vier Prozent als Mittel, um den Staat beim Bezahlen seiner Rechnungen zu helfen. Die Sorgen der Anleger konzentrieren sich derzeit auf die USA, weil Washington unter einer besonders hohen Schuldenlast leidet und die dortige Notenbank Fed für ihren Pragmatismus bekannt ist.

Selbst für die Staaten und besonders für Europa sind diesbezügliche Sorgen – oder Hoffnungen – weit überzogen. Zwar haben die Notenbanken viel Geld in den Kreislauf gepumpt. Doch damit die Unternehmen höhere Preise am Markt durchsetzen können, brauchen sie eine kräftige Nachfrage nach ihre Produkten.

Solange gigantische Überkapazitäten die Weltwirtschaft bestimmen, ist kaum vorstellbar, dass die Firmen auf breiter Front ihre Waren teurer machen können. In einer Studie nennt die Deutsche Bank weitere Gründe, die Preisentwicklung entspannt zu betrachten. Die Europäische Zentralbank agiert unabhängig und hat ihre Entschlossenheit bewiesen, alles für Stabilität zu tun.

Zudem würden die Kapitalmärkte die Staaten bestrafen, die auf Inflation setzen. So verkauft der Bund 95 Prozent seiner neu ausgebenen Schuldpapiere an institutionelle Investoren, also an Profis. Die aber lassen sich nicht täuschen, sondern verlangen einen Ausgleich für steigende Preise – nämlich höhere Zinsen. Dann aber hat der Staat durch die Inflation nichts gewonnen.

5. Leben mit den Schulden

Das Wachstum dümpelt, die Schuldenberge bleiben. Das ist nicht schön – aber auch kein Drama.

So schwer Prognosen in diesen Zeiten fallen, so sicher ist diese Vorhersage: Die Politik kürzt weder die Ausgaben noch erhöht sie die Steuern massiv. Sie setzt nicht auf Inflation, der Staat geht nicht bankrott. Das Wachstum dümpelt vor sich hin. Und die Schuldenberge? Sie bleiben, wie sie sind. Das ist nicht schön, weil die Zinskosten zu Lasten sinnvoller staatlicher Ausgaben gehen. Aber ein Drama ist es auch nicht.

Für Deutschland sagt der Internationale Währungsfonds (IWF) bis 2014 einen Anstieg der Schuldenstandsquote (Anteil der Kredite an der Wirtschaftsleistung) auf 91 Prozent voraus. Mit ähnlichen Niveaus oder gar teilweise deutlich höheren Werten kommen schon heute viele Staaten zurecht, ohne dass bei ihnen die Lichter ausgehen.

Japan steht derzeit bei 193 Prozent und wird 2014 laut IWF 234 Prozent erreichen. Auch die Vereinigten Staaten werden Deutschland bis dahin in dieser Negativtabelle überholt haben. Ein Problem bereitet in diesem Szenario allerdings die neue Schuldenbremse im Grundgesetz. Sie verbietet den Bundesländern künftig neue Schulden, dem Bund lässt sie hingegen einen minimalen Spielraum.

Die Messlatte hängt so hoch, dass sie nach Lage der Dinge gerissen werden wird. Wer immer in den Jahren 2016 oder 2020 regiert, sieht sich dann dem permanenten Vorwurf ausgesetzt, gegen die Verfassung zu verstoßen. Was ökonomisch akzeptabel wäre, wird somit zum politischen Himmelfahrtskommando.

Dennoch beschreibt auch die BHF Bank in einem Ausblick dies als “wahrscheinlichsten Pfad”: “Die neuen Schuldenberge werden nicht abgebaut, sondern auf hohem Niveau stabilisiert.”

6. Letzter Ausweg: Staatsbankrott

Wenn der Staat weder Steuern erhöhen noch sparen will oder kann, bleibt nur ein Ausweg: Die Schulden werden nicht mehr bedient, geschweige denn zurück gezahlt.

1998 Russland. 2002 Argentinien. 2008 Island. 2009 Lettland? So ungewöhnlich ist er nicht, der Staatsbankrott. Wenn der Staat weder die Steuern für die Vermögenden weiter erhöhen will oder kann, noch die Sozialleistungen sowie die Löhne der Beamten weiter senken will oder kann, bleibt nur ein Ausweg: Die Schulden werden nicht mehr bedient, geschweige denn zurück gezahlt.

Je größer und mächtiger das Land, desto eher wird das zu einem Problem der Gläubiger. Die Gläubiger sind in erster Linie ausländische Fonds oder Zentralbanken, die in deutschen Anleihen investiert sind, und natürlich die Lebensversicherungen, die die private Altersvorsorge der Bürger in den vermeintlich sicheren Papieren angelegt haben.

Da Staaten im Gegensatz zu Unternehmen ewig leben und es keine Insolvenzordnung für Länder gibt, kommt es auf das Verhandlungsgeschick des Finanzministers an. Er kann den Gläubigern ein Umtauschangebot in neue Anleihen machen, etwa im Verhältnis eine neue für vier alte, so wie es die Argentinier gemacht haben.

Die inländischen Gläubiger können gar per Gesetz zu einem Forderungsverzicht gezwungen werden. Selbst hier können soziale Aspekte eine Rolle spielen, ähnlich wie beim Umtausch der DDR-Sparguthaben in D-Mark.

Hat der Staat seine Schulden geviertelt, kann er sie auch wieder bedienen. Allerdings muss er mit Buchungstricks den Banken helfen, denen wegen der Verluste auf Staatsanleihen die Pleite droht. Die Sorge, dass so ein Staat nie wieder Geld bekommt, ist übertrieben. Argentinien hat noch vor der Krise wieder Investoren begeistert. Und der spanische König Philipp II erklärte gleich dreimal in seiner Amtszeit (16. Jh.) den Staatsbankrott.

Quelle: Franktfurter Rundschau

24. Juni 2009

Reichtum - wirklicher Geldreichtum

13th World Wealth Report
Zwei wichtige Termini zum Verständnis:
vermögenden Privatpersonen (High Net Worth Individuals oder HNWIs - wie Gregor Erasim von Capgemini die "Population" anlässlich der Präsentation des Reports bezeichnet) HNWIs sind Privatpersonen, die neben Rolls-Royce und Villa (die nicht eingerechnet werden) über ein frei disponibles Finanzvermögen von mindestens einer Million US-Dollar (ca, 709.600 Euro) verfügen.

Die besonders Vermögenden (der so genannten Ultra High Net Worth Individuals oder Ultra-HNWIs)Um zum Klub der Ultra-Reichen zu zählen, gilt es, ein Nettofinanzvermögen von mindestens 30 Millionen US-Dollar sein Eigen zu nennen.

Regionale Auswirkungen des "Reichensterbens":
Keine Region hat das vergangene Jahr in Sachen Vermögenserhalt der Reichen (Veränderung von 2007 auf 2008) unbeschadet überstanden.

Besonders betroffen: Nordamerika (-19 Prozent), Europa (-14,4 Prozent) und Asien-Pazifik (-14,2 Prozent). Vergleichsweise weniger stark bis kaum betroffen waren hingegen Lateinamerika (-0,7 Prozent), Mittlerer Osten (-5,9 Prozent) und Afrika (-8,3 Prozent).
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Weltweit sind derzeit 8,6 Millionen vermögende Privatpersonen mit einem Vermögen von insgesamt 32,8 Billionen USD; für 2013 wird dieser Wert bei 48,5 Billionen USD erwartet.
In Österreich fällt die Zahl vermögender Privatpersonen um 9,8% auf 70.100 (Vorjahr 77.700) Das Jahr 2008 war von einer außerordentlich hohen Volatilität geprägt.

Die Zahl der vermögenden Privatpersonen (high net worth individuals, HNWIs*) ist in diesem Zeitraum weltweit gegenüber dem Vorjahr um 14,9 Prozent zurückgegangen; die Zahl der besonders vermögenden Privatpersonen (ultra high net worth individuals, Ultra-HNWIs**) fiel um 24,6 Prozent. Dies geht aus dem heute von Merrill Lynch Global Wealth Management und Capgemini vorgelegten 13. World Wealth Report hervor, der jährlich veröffentlicht wird.
Analog zur Anzahl der HNWIs sank deren Vermögen um 19,5 Prozent auf 32,8 Billionen USD. Dieser in seiner Höhe bislang einmalige Rückgang neutralisiert das solide Wachstum der Jahre 2006 und 2007.
Sowohl die Zahl der HNWIs als auch ihr Vermögen unterschritten Werte, die man zuletzt Ende 2005 gesehen hatte. Dabei erlitten die Ultra-HNWIs höhere Verluste an Finanzvermögen als die HNWIs insgesamt. Parallel zur rückläufigen Zahl der Ultra-HNWIs ging ihr Vermögen um 23,9 Prozent zurück.

"Die Ergebnisse unseres diesjährigen World Wealth Report unterscheiden sich deutlich von den Berichten vergangener Jahre", erläutert Mag. Gregor Erasim, Head of Financial Services Eastern Europe und Member of the Managing Board von Capgemini Consulting Österreich.
"Nach einem hoch volatilen Jahr ist eine Verschiebung in den Anlageaktivitäten und -prioritäten der HNWIs zu beobachten.
HNWIs weiterhin regional konzentriert, jedoch mit Verschiebungen Nach wie vor repräsentieren die Regionen Nordamerika, Asien und Europa mehr als die Hälfte der globalen HNWI-Population. Nach Ländern führen die U.S.A., Japan und Deutschland die Liste an: Zusammen wohnten hier 2008 54 Prozent der HNWIs weltweit, ein geringfügiger Anstieg gegenüber 2007 (53,3 Prozent).
Chinas HNWIs überholten zahlenmäßig Großbritannien; sie rangieren damit weltweit an vierter Position. In Hongkong sank die Zahl der aktuell 37.000 HNWIs prozentual am deutlichsten: minus 61,3 Prozent. In den Vereinigten Staaten war ein Rückgang der Anzahl HNWIs um 18,5 Prozent zu beobachten. Dennoch leben hier mit 2,5 Millionen oder einem prozentualen Anteil von 28,7 Prozent weiterhin die meisten HNWIs weltweit. In Europa war die Entwicklung nach Ländern unterschiedlich.
Ein Beispiel: minus 12,6 Prozent in Frankreich, jedoch nur minus 2,7 Prozent in Deutschland. Japan, wo über 50 Prozent aller HNWIs der Asien-Pazifikregion leben, verzeichnete - ganz im Gegensatz zu Hongkong - mit minus 9,9 Prozent einen eher geringfügigen Rückgang bei der Zahl der HNWIs. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass in Japan die Verlangsamung des volkswirtschaftlichen Wachstums bereits 2007 eingesetzt hat.
Österreich: Zahl der HNWIs sinkt In Österreich verringerte sich die Zahl der vermögenden Privatpersonen im Jahr 2008 um 9,8 Prozent von 77.700 auf 70.100.
Wesentliche Einflussfaktoren waren hierbei der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 1,6 Prozent und der deutliche Verfall der Marktkapitalisierung im ATX um 67,7 Prozent.
Positiv auf die Entwicklung des Vermögens wirkten sich die Reduktion der Refinanzierungsraten durch die Europäische Zentralbank sowie die von der Bundesregierung beschlossenen Konjunkturpakete im Oktober und Dezember 2008 aus.

Ausblick:
Wachstum des HNWI-Vermögens mit Erholung der Weltwirtschaft erwartet Insgesamt wird das Finanzvermögen der HNWIs bis zum Jahr 2013 wieder auf 48,5 Billionen USD ansteigen; dies entspricht einer jährlichen Zuwachsrate von 8,1 Prozent. Nordamerika und die Asien-Pazifikregion werden hier führend sein, wobei der Asien-Pazifikraum 2013 die Vereinigten Staaten überholen wird. Beflügelt werden diese Regionen durch steigende Konsumausgaben in den U.S.A. und die verstärkte Autonomie der chinesischen Wirtschaft, die schon jetzt einen erneuten Anstieg der Konsumnachfrage auslöst. Rückzug in Barmittel, festverzinsliche Werte und Immobilien Weltweit verringerten die HNWIs 2008 ihre Investitionen in Aktien.
Weiter investierten die HNWIs einen geringfügig größeren Teil ihres Finanzvermögens in Grund- und Immobilienbesitz, der nunmehr im weltweiten HNWI-Portfolio 18 Prozent ausmacht und somit 4 Prozent über dem Wert von 2007 liegt. Der proportionale Anteil an Sichteinlagen hat ebenfalls deutlich zugenommen. Er lag mit 21 Prozent des Gesamtportfolios 7 Prozent über dem Wert von 2006. In Japan, wo Spareinlagen traditionell einen hohen Stellenwert haben, wurde mit 30 Prozent der größte Anteil jener HNWIs verzeichnet, die Zuflucht in barmitteläquivalenten Anlagekategorien suchten.
HNWIs in Nordamerika hingegen hatten mit 14 Prozent den vergleichsweise geringsten Teil ihres Portfolios in Barmitteln oder Depositen investiert und lagen damit nur drei Prozentpunkte über dem Wert von 2007.

"Thema des vergangenen Jahres war die Wahrung von Werten, nicht ihre Steigerung", so Erasim. "Die Finanzkrise des letzten Jahres hat zu einer deutlich erhöhten Risikoaversion bei Privatanlegern geführt und so fanden sich diese am Ende mit großen Mengen Barmittel und Staatsanleihen in ihren Portfolios wieder. Mit der Erholung der Märkte verfügen sie über die entsprechende Flexibilität, ihre Strategien neu auszurichten und dabei in neue, sich entwickelnde Chancen zu investieren."
Mehr Informationen finden Sie unter capgemini.com

19. Juni 2009

Mais:die dümmste Bioenergieform

„Wurden 1996/1997 429 Mio. Scheffel bzw. 4,88% der amerikanischen Mais-Ernte in die Produktion von Ethanol gesteckt, so waren es im letzten Erntejahr 2005 bereits 1,575 Mrd. (Milliarden!) Scheffel oder knapp 15% der Maisernte."

und im letzten Erntejahr 2008 bereits 3,4 Mrd. (Milliarden!) Scheffel oder gut 26% der Maisernte."

Die USA sind der weltweit größte Nachfrager nach Mais (rund ein Drittel der weltweiten Nachfrage), und in den USA boomt im Bereich „Ethanol-Produktion" die Nachfrage nach Mais. Dieser Teilbereich erhöhte seinen Maisverbrauch im letzten Erntejahr um 58,1% (!), Tendenz weiter stark steigend.

Spätestens jetzt sollte man aber wissen, dass Mais einen Energiewirkungsgrad von 1:1,2 hat, d.h. man muss 1 kW Energie aufbringen um 1,2 kW Energie aus Mais zu erhalten. Das klingt wie ein Perpetum mobile, denn man bekommt mehr heraus als man hineinsteckt - toll, super. Die Sache ist leicht erklärt , denn die Sonnenernergie liefert in Wirklichkeit den Zuwachs.

17. Juni 2009

FDL - Für und wider

Was diese können und was nicht.

Finanzdienstleister sind sehr gut im persönlichen Auftritt, wirken großteils eloquent und haben eine hohes Selbstwertgefühl (Eigeneinschätzung).
Rhetorisch gut geschult und abschlussstark, im Prinzip gute Verkäufer, die aber ausser oberflächlicher Kenntnisse sehr selten tiefgehende Zusammenhänge der Finanzwirtschaft kennen geschweige verstehen. Aber das macht nichts - danach fragt ja kaum ein Kunde

Grundproblem: Mehr Schein als Sein - bloss welcher Kunde durchschaut das in 60 Minuten perfekt eintrainiertrem Beratungsgespräch das mit einem Abschluss enden soll (muss).

Der Finanzdienstleister (FDL) verdient nur an Abschluß-Provisionen, für eine Beratung ist der Kunde nicht bereit zu zahlen. Bestandprovisionen für Anlageprodukte verbleiben in den meisten Fällen bei der FDL-Organisation und werden kaum an Mitarbeiter ausgeschüttet.

Dafür bekommt der Kunde aber so gut wie keine Information wie mit dem gekauften Anlageprodukt umzugehen ist - quasi eine Bedienungsanleitung wann was klemmt (Kurse stärker und länger fallen).
Der Kunde bekommt keine Information über mögliche Sicherungsaktivitäten, um Vermögensverluste zu vermeiden, erworbene Gewinne abzusichern.
Woher denn auch der FDL kennt sich ja dabei selbst nicht aus und ausserdem kostet das Zeit in der man kein Produkt verkauft und das ist ein weitere Grund warum man es nicht tut.

Die Wirtschaftskammer hat natürlich ein wirtschaftliches Interesse daran, dass sie viele nämlich zahlende Mitglieder hat. Auch unausgebildete Finanzdienstleistungs-Assitenten zahlen.

Wer eine Prüfung für den Befähigungsnachweis des Vermögensberaters ablegt, hat zwar verschiedene Dinge in einem Kurs (auswendig-)gelernt, den häufig Kammermitglieder entgeltlich abhalten. Ich kenne genug Absolventen, die z.B nicht einmal eine Chart eines Wertpapiers verstehen, geschweige denn für einen Kunden analysieren können. Das zur Ausbildungsqualität.


Dabei wäre es so einfach-->
Es gibt Dienstleister die den Kunden nach bestimmtem Regeln über Kurs informieren. FDL-Organisationen wollen sich aber damit nicht belasten - denn dieser Service ist nicht einkommenswirksam.
Nachhaltige Kundenbetreuung ist nicht die Sache von über 95% der FDL.
Das ist des Pudels Kern.

Die Lösung wäre, dass FDL keine Vermögensveranlagungsprodukte verkaufen dürfen. Dazu gibt es Banken, Broker(machen keine Beratung) und Internet. FDL dürfen nur beraten, den Kunden Möglichkeiten, Altenativen, Perspektiven aufzeigen, vergelichen , bewerten, informieren oder Portfolioservce anbieten.

Generell sollte man folgende Regeln beachten-->

Die Abwärtsspirale hat schon begonnen

Cirka 70% der Haushalte in Österreich haben 2 Verdiener. Man hat sein Leben danach ausgerichtet und hat es zu ein bißchen Wohlstand gebracht.
Als aus der Finanzkrise der USA eine Weltwirtschaftskrise wurde, bekamen viele ältere Mitarbeiter die Kündigung, weil bei den höheren Gehältern die meisten Kosten gespart werden konnten.

Mittlerweile ist die 12 Monatsfrist für die Arbeitslosenzahlungen abgelaufen und ein Job ist noch immer nicht in Aussicht. Beim Arbeitsamt läuft man mittlerweile unter der Kategorie Langzeit-Arbeitsloser -Hoffnungslo(o)ser
Zum Glück hat noch der Partner einen Job. Wielange noch? Dieses Einkommen muss nun für die ganze Familie reichen, denn es gibt es für den beschäftigungslosen Partner keine Notstandshilfe.
Das hat mehrere Vorteile:
die Arbeitslosenstatistik verschlimmert sich nicht anteilig und auch die Kosten für Zahlungen entfallen.
Wenn man lange genug zuwartet, dann verbessert sich diese Arbeitslosenstatistik sogar, denn immer mehr Arbeitlose fallen durch den Rost und scheinen als arbeitslos nicht mehr auf.
Das ist gut für die Politiker, denn sie können auf den Erfolg des Arbeitslosenrückganges hinweisen.

Bloss was passiert aber mit den Menschen ohnen Beschäftigung und ohne Einkommen?


Also irgendetwas stimmt da nicht im Staate .....
Denn die betroffenen Familien schränken sich natürlich ein und das hat seine Auswirkungen in Konsumeinschränkungen und auch die Konsumsteuern- (Mwst) und die Einkommensteuereinnahmen fallen niedriger aus als vom Finanzminister budgetiert.
Damit muss die Volkswirtschaft zurechtkommen - oder auch nicht.

Bis hierher war die Arbeitslosigkeit überwiegend männlich, weil überwiegend Industrie und Gewerbejobs verloren gingen.

Bloss was passiert wenn dann auch vermehrt der nunmehrige (überwiegend weibliche) Haupteinkommenbringer der Familie der überwiegend in der Dienstleistung beschäftigt ist, aus genau dieser Negativentwicklung auch noch arbeitslos werden?
Diesen nun vollkommen einkommenslosen Familien steht dann eine Notstandshilfe zu. Sind es viele und das ist zu erwarten - nur mehr theoretisch.

Denn wer kann diese dann noch bezahlen?
Denn wenn die Nation erst einmal soweit (ver-)kommt, dass die Zahl der Notstandhilfeempfänger höher ist als die der Arbeitslosen, dann fangen die Probleme erst richtig an.
Dann stehen auch bei uns hunderttausende auf der Straße und protestieren gegen die ..fähigen Politiker.

Gäbe es ein Grundeinkommen für alle Bürger einer Nation würde die Situation ganz anders aussehen.

15. Juni 2009

Kennzahl BIP ist ein Auslaufmodell

Die besten Ökonomen der Welt suchen eifrig nach einem anderen Wohlstandsindikator als dem Bruttoinlandprodukt.
14. Juni 2009, NZZ ...das BIP sinkt, in gewissen Ländern dramatisch. Gemessen wird üblicherweise das Wachstum des BIP – in der Krise redet man absurderweise von «negativem Wachstum».
Doch was misst das BIP eigentlich?
Unseren Wohlstand, die Lebensqualität oder gar unser Glück? «Das Bruttoinlandprodukt misst alles, nur nicht das, was das Leben lebenswert macht», sagte der US-Präsidentschaftskandidat Robert Kennedy bereits vor 40 Jahren.

Das BIP ist nur die Summe aller in einem Jahr produzierten Waren und Dienstleistungen zu Marktpreisen in einer bestimmten Region.
So fliessen zum Beispiel alle produzierten Autos, Fernseher oder Handys ein – auch wenn diese auf Halde lagern und nicht verkauft werden. Ebenso steigern Verkehrsunfälle, Verbrechen oder der Verkauf von Waffen das BIP. Je mehr Pillen verkauft werden, je kranker also eine Gesellschaft ist, desto mehr Wirtschaftswachstum. Der Verzehr von Rohstoffen macht uns, in der BIP-Sprache, «reicher» – dabei ist klar: Wirklich reich sind wir dann, wenn wir möglichst wenig Rohstoffe ausbeuten.

Nicht vom BIP erfasst werden jedoch alle unbezahlten Tätigkeiten wie Erziehung, Hausfrauenarbeit, Pflege oder Nachbarschaftshilfe. Diese unbezahlte Arbeit beträgt laut Schätzungen über 50% des BIP....
.....Auch die intakte Natur hat keinen Wert. Erst wenn sie «repariert» werden muss, leistet sie einen positiven Beitrag zum BIP. Für den Ökonomen Hans Christoph Binswanger ist klar: «Das BIP war nie eine geeignete Kennzahl, um Wohlstand zu messen.»...mehr in NZZ-->
-----------------
BIP berücksichtigt auch in keinem Fall wie die erzeugten Waren und Dienstleistungen finanziert wurden.
Denn man kann doch kaum vom einem Wohlstands (zuwachs) sprechen wenn kein Mehrwert geschaffen wurde, sondern alles auf Kredit erworben wurde, der im Falle einer Kreditfälligstellung durch die Bank, eine Auflösung der Vermögensposition bedeutet.(siehe auch Zwangsversteigerungen von Immobilien - einhergehend mit massiven Wertverfall und Wertverlusten) Entwicklung der Schulden im Zusammenhang mit BIP (GDP) -->

Wenn das BIP steigt, steigt dan auch das Vermögen in einer Nation?

BIP (GDP) im Zusammenhang mit Dimensionen wie -->
  • Korruption
  • Armut
  • wirtschaftlicher Freiheit/Einkommen
  • Rechtsregel
  • Demokratie
  • uvm
Man sollte wirklich nachdenken was Wohlstand eigentlich bedeutet.
  • Sauberes Quell-Trinkwasser, Erholungsgebiete und Wälder die Sauerstoff erzeugen,
  • eine Landwirtschaft auf nicht Umweltgiften, Nitraten/Nitriten und Spritzmittel kontaminierten Böden,
  • eine Artenvielfalt in der Natur und im Lebensmittelangebot
  • eigener Gesundheitszustand im Relation zum erzielten BIP-Zuwachs
  • ein Sozial- und Vorsorgesystem das seinen Namen verdient
  • eine umfassendes Aus- und Weiterbildungsangebot mit freiem Zugang
  • ein stabiles politisches System basieren auf den Grundrechten (Demokratie)
  • geringe Kriminalitätsrate
  • uvm
Definition: --> BIP Wachstum Ranking--> BIP Dichte /km² -->
BIP (=GDP) Ranking --> BIP/Kopf (=GDP/capita) Ranking -->

8. Juni 2009

Die bettelnden Superreichen

6 Superreiche - alle älter als 64 Jahre - genieren sich nicht
8.6.2009 Einst waren sie die Reichen der Reichen, doch jetzt wollen sie plötzlich Almosen: Wer steckt hinter den Unternehmen, die jetzt auf Staatshilfe angewiesen sind? mehr in die Süddeutsche -->

Haben diese Herrschaften es wirklich nötig oder liegt Ihnen soviel an den Arbeitsplätzen in ihren Unternehmen die an der Kippe stehen.

Sie sind doch die Klasse die in Österreich, Schweiz, Luxemburg und sonst wo ihr Vermögen steuerschonend parkt - Stichwort Stiftungen mit 12,5% Steuer bei Ausschüttungen bei z.B. 15.000 Eur/Monat an "arbeitslose (im Sinne einer wertschöpfenden Gegenleistung)" Begünstigte.
Ein Techniker oder Buchhalter der mehr als 4000 Eur/Monat erarbeitet zahlt ca 40% Steuer.

Und jetzt soll die Allgemeinheit - der "kleine Staatsbürger" mit Geld einspringen. Das sind die Steuererhöhungen von morgen.
Und wir brauchen uns keine Sorgen machen, dass der Steueranteil der Superreichen den gleich hohen Prozentsatz erreicht wird wie den der "Melkkuh" Mittelschicht.

9. Mai 2009

Wirtschaftskriminalität - na und?

Der Staat leistet indirekt Beihilfe zur Wirtschaftskriminalität, die nicht selten mittels Insolvenz "beerdigt" wird.

Ausgehend von einer komplizierten Rechtsstruktur des Insolvenzrechts und der Angst ja keinen Fehler zu machen, weil dann haftet det Insolvenzverwalter persönlich mit seinem Vermögen.

Es wird das getan was am Einfachsten ist - Schließen.
Die Unternehmen sind aber andererseits bereits so heruntergewirtschaftet, dass dies oft auch die einzig sinnvolle Lösung ist.

Cirka 80-90% der wirklichen Ursachen für Insolvenz sind Unternehmer-Geschäftsführungsversagen.
Die Bandbreite reicht von unternehmerischer Inkompetenz über Vertrauensseligkeit (wird schon gut gehen) bis in nicht unerheblichem Maß: kriminelle Energie (Betrug, Veruntreuung, Täuschung usw) und sei es nur am Geschäftspartner, wenn schon nicht am Kunden (mangelhafte Leistung) oder beim Lieferanten (vorsätzlicher Gegenleistungsverweigerung - Zahlung).

Mehr Gläubigerschutz wäre nur durch größere Transparenz möglich, frühere Einsicht in die Bücher. Zwar müssen sämtliche Kapitalgesellschaften ihre Bilanzen innerhalb von 9 Monaten nach dem Bilanzstichtag beim Firmenbuch am zuständigen Handelsgericht hinterlegen, nur was ist wenn nicht?
Übertretungen werden eher spät, und wenn überhaupt mit geringfügigen Geldstrafen geahndet. Also was solls - außerdem ist der Informationswert infolge Zeitverzug sowieso schon überholt.

Im Falle von Wirtschaftskriminalität sind Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft sind in ca 90% der Fälle aussichtslos, ausser es gibt prominente Beteiligte und/oder ein bekannter Rechtsanwalt hat die Anzeige verfasst. Man bekommt den Eindruck, dass es sich die Staatsanwaltschaft leicht macht, indem diese die Latte für Verbrechen so hoch legt, dass kaum ein Finanz- oder Wirtschaftsverbrecher verfolgt, angeklagt und verurteilt wird. Nicht einmal Gerichts-Gutachten können einzelne Staatsanwaltschaften zu einer Anklage bewegen, wozu auch, Einstellung im Zweifel ("in dubio pro reo") und undurchsichtige Komplexität und schon hat man/frau weniger zu tun.
Die Staatsanwaltschaft hat auch zuwenig wirtschaftlich versierte Juristen, welche aktuellen die Tricks kennen und sich in die Seele eine Wirtschafts-Schwerenöters versetzen können/wollen.
Damit ist aber einer Insolvenz mit kriminellem Hintergrund Tür und Tor geöffnet -zusperren und amtlich versiegeln. So schnell wächst Gras drüber und keiner fragt mehr blöd nach. Wochen später wird eine neue Firma gegründet und unter anderem Namen weitergewurschtelt. Auf der Strecke bleiben gutgläubige Kunden und Lieferanten - Zuschauer: die Gerechtigkeit.

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass auch der Staat infolge hinterzogener Abgaben, Steuern als Gläubiger auf der Strecke bleibt.
Dass der Staat aktuell aus Kosteneinsparungsgründen noch "das Tüpfelchen auf dem i" liefert ist schon durch wenig mehr zu toppen. Der Staat in seiner Hilfslosigkeit ermöglicht eine Ausbreitung der verrohenden wirtschaftlichen Unsitten und Betrügereien.

Korruption und andere Vorteilsnahmedelikte sind alltäglich. Hier das Bekenntnis eines Täters -->
Nicht selten sind Politiker und Behörden wissende Erfüllungsgehilfen und man drückt beide Augen zu im Dienste einer florierenden Wirtschaft. Dass dabei ehrliche Unternehmer zwangsläufig auf der Strecke bleiben wird in Kauf genommen - Wirtschaftsdarwinismus eben - das muss man schon verstehen.

Wenn jemand ein Geldbörsel mit 100 Euro stiehlt ist sein Chance gefaßt und verurteilt zu werden erheblich größer als wenn ein Unternehmer 100.000 Euro veruntreut, trotz Anzeige .

Generell sollte nach mitteleuropäischem Verständnis der Gläubiger geschützt werden. Nur ist das mit den Insolvenzrecht möglich. Wir haben eine Insolvenzpraxis mit eine Konkursanteil von über 90%, Ausgleiche gibt so selten wie eine Sonnenfinsternis.
Was läuft da falsch, wenn Gläubiger im Schnitt 3-9% ihrer Forderungen rückerstattet bekommen?

In den USA steht eher die Fortführung des Unternehmens im Vordergrund und nach "Chapter 11" der Schutz des Unternehmens vor andrängenden Gläubigern. Also eigentlich andersrum als bei uns.

21. April 2009

Kapitalismus ist ok aber Version 2.0 bitte

Was zu tun und was zu lassen ist, um ein Wirtschaftssystem zu kreieren, in dem nicht Banker sondern Unternehmer das Sagen haben und Krisen nicht gefährlich, sondern gesund sind.

1. Was leicht bricht, bricht am besten gleich, solange es noch klein ist. Wehe, ein Unternehmen wird zu groß, um bankrott gehen zu dürfen! In der Welt der Wirtschaft wird aber nichts so leicht so groß, wie Firmen mit einem Maximum an versteckten Risiken - also wie die mit den meisten Sollbruchstellen.

2. Keine Verstaatlichung der Verluste und Privatisierung der Gewinne! Unternehmen, die mit Staatsgeld gerettet werden müssen, sollten auch verstaatlicht werden. Die, bei denen das nicht sinnvoll ist, sollen frei sein, klein bleiben und ihr Risiko selbst tragen. Wir aber haben uns die schlechtestmögliche Kombination von Kapitalismus und Sozialismus ausgesucht. Im Frankreich der 80-er Jahre übernahmen die Sozialisten die Banken. 20 Jahre später übernahmen in den USA die Banken die Regierung. Das ist pervers.
3. Leuten, die einmal einen Schulbus in den Graben fuhren, darf niemals mehr ein Bus anvertraut werden. Das Establishment der Ökonomen an Unis, Regulierungsbehörden, in Notenbanken, Regierungen und in anderen Institutionen hat mit dem Scheitern des Systems seine Legitimation verloren. Es wäre verrückt und unverantwortlich, ausgerechnet auf diese Experten zu setzen, um aus dem Schlamassel heraus zu kommen. Es gilt vielmehr, kluge Leute zu finden, mit sauberen Händen.

4. Jemand, der durch "Erfolgsprämien" motiviert ist, sollte kein Atomkraftwerk managen - und schon gar nicht Ihre finanziellen Risken. Es wäre zu befürchten, dass er an allen Ecken und Enden Sicherheiten preisgibt, um "Profite" vorweisen zu können, und dabei behauptet, "konservativ" disponiert zu haben. Mit Erfolgsprämien ist den versteckten Risiken, die zum Platzen der Blase führen, nicht beizukommen. Die Asymmetrie des Bonussystems hat uns die Krise eingebrockt. Also muss es, wo es einen Bonus gibt, auch einen Malus geben: Im Kapitalismus darf man nicht nur für Gewinne Prämien kassieren, man soll auch für Verluste Strafe zahlen müssen.

5. Komplexität braucht Einfachheit als Gegengewicht. Der mit Globalisierung und hochgradiger Vernetzung der Wirtschaft einhergehenden Komplexität muss die Vereinfachung der Finanzprodukte entgegengesetzt werden. Die hochkomplexe Wirtschaft hat selbst schon eine Hebelwirkung: die Vervielfachung der Leistungsfähigkeit. Solche Systeme überleben dank Flauten und Redundanzen. Kommen aber Schulden dazu, so können gefährliche Kreisläufe entstehen; für Irrtümer bleibt dann kein Spielraum mehr. Der Kapitalismus ist launig, Blasen sind nicht vermeidbar: Kapitalblasen (wie im Jahr 2000) platzen verhältnismäßig harmlos; Schuldenblasen aber sind teuflisch.

6. Dynamit ist nichts für Kinder, auch wenn "Vorsicht Dynamit" draufsteht. Komplexe Derivative gehören verboten, weil niemand sie versteht und nur wenige vernünftig genug sind, sich das einzugestehen. Die Menschen müssen vor sich selbst geschützt werden, dann vor Bankern, die ihnen Hedgefonds verkaufen wollen, und schließlich vor leichtgläubigen Regulatoren, die Wirtschaftstheoretikern hörig sind.

7. Nur Pyramidenspiele sollten auf Vertrauen angewiesen sein. Regierungen sollten nie in die Lage kommen "Vertrauen wieder herstellen" zu müssen. Das Lauffeuer von Gerüchten ist ein Produkt komplexer Systeme. Regierungen können es nicht stoppen. Wir müssen ganz einfach imstande sein, Gerüchten die kalte Schulter zu zeigen, uns von ihnen nicht beeindrucken lassen.

8. Keine Drogen für Süchtige, die unter Entzug leiden! Hebelwirkung einzusetzen, um die bösen Folgen von zu viel Hebelwirkung zu heilen, ist falsch verstandene Homöopathie. Die Schuldenkrise ist kein vorübergehendes, sondern ein strukturelles Problem. Wir brauchen eine Rehab-Kur.
9. Pensionen dürfen nicht von Finanzvermögen oder Ratschlägen fehlbarer Experten abhängen. Das Wirtschaftleben sollte von der Herrschaft des Finanzmarktes befreit werden. Wir sollten lernen, Märkte als Warenhäuser von Werten anzusehen: Sie bieten nicht die Sicherheiten, die der normale Mensch braucht.
Dass sich Menschen um ihr Geschäft Sorgen machen, ist okay, das steuern sie selbst, nicht aber die Geldanlagen, die sie nicht beeinflussen können.
10. Mit zerbrochenen Eiern macht man Omelette, und keine Hühner. Diese Krise kann nicht mit Notbehelfen bewältigt werden, sowenig wie man ein angefaultes Boot mit Klebstreifen reparieren kann. Es muss neu und aus widerstandsfähigerem Material gebaut werden. Wir müssen das System neu aufstellen, bevor es das selbst tut.
Entwickeln und installieren wir aus freiem Entschluss einen Kapitalismus der Version 2.0, indem wir dazu beitragen, dass das, was untergehen muss, selbst untergeht, dass Schulden in Kapital umgewandelt werden, das Establishment der Wirtschafts- und Businessschulen verdrängt und der Wirtschaftsnobelpreis abgeschafft wird, dass fremdfinanzierte Übernahmen verboten werden, die Banker auf die Plätze verwiesen, auf die sie passen, die Erfolgsprämien abgeschafft, die uns das alles eingebrockt haben, und dass wir die Menschen dazu bringen, sich in einer Welt mit weniger Sicherheit zurecht zu finden.
Dann wird sich unser Wirtschaftsleben besser an unsere biologische Umwelt anpassen: kleinere Betriebe, mehr Ökologie, keine Hebelwirkung.
Eine Welt, in der Unternehmer und nicht die Banker die Risiken übernehmen, in der täglich Unternehmen entstehen und vergehen, ohne dass das Schlagzeilen macht.

Mit anderen Worten, eine Welt, für die Krisen nicht gefährlich sind, sondern gesund.
(Übersetzung: Peter Warta; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18./19.4.2009)


Zur Person: Nassim N. Taleb, US-Amerikaner libanesischer Herkunft, ist Finanzmathematiker, ehemaliger - höchst erfolgreicher - Hedgefondsmanager, Essayist und Bestsellerautor; sein im vorigen Herbst auch auf Deutsch erschienenes Buch "Der Schwarze Schwan" (Hanser-Verlag), eine finanzstrategische Ketzerbibel "über die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse" sollte in keinem Krisenanalysen-Spezialregal fehlen; der hier publizierte Text, gewissermaßen ein Kondensat des "Black Swan" wurde in der "Financial Times" erstveröffentlicht.

17. April 2009

Der Staat soll sparen- Der Staat kann nicht sparen

Vielerorts wird gefordert der Staat solle sparen damit mehr Geld für Unterstützungen verfügbar ist.

Tatsache ist:
Der Staat kann nicht sparen, weil er es nie gelernt hat.
Was Hänschen nicht gelernt hat lernt Hans nimmer mehr. Diese sinnreiche Volksweisheit, trifft auch hier zu. Schließlich ist es einfach das Geld anderer Leute (Steuerzahler) zu verteilen und als Belohnung dafür, weil man das so gut kann, darf man weitere 4oder 5 Jahre im Amt bleiben und weiter das Geld anderer Leute verteilen.
Es ist systemimmanent: der Staat kann nicht sparen, weil seine handelnden Personen (Politiker und viele hohe Beamte) dann keine Daseinsberechtigung (mehr) haben. Diese müßten dann etwas Sinnvolleres tun wie ein Facharbeiter an der Fräsmaschine oder oder ein Handelsangestellter an der Kasse.

Ein weiterer Grund ist darin zu finden, dass sich im Laufe der Zeit ein Kuddelmuddel an Verstrickungen, um Geldpfründe aufgebaut hat, der einem Gordischen Knoten gleichkommt.
Diesen zu lösen war ja auch bekanntermaßen in der Antike niemand in der Lage.
Natürlich sind Generationen von Polikern dafür veranwortlich, dass dieses Debakel entstanden ist, denn es galt in "guten Zeiten" das Füllhorn auszuschütten und jeder wollte etwas haben und ausserdem ist es politisch unklug (man denke nur an die nächste Wahltermin) jemandem etwas abzuschlagen.
Nur Verantwortung in der Politik ist wie ein Fremdwort, das keiner versteht, aber es klingt gut im Ohr.

In den Familien-Haushalten ist es seit Jahrhunderten Tradition, nur soviel auszugeben wie man einnimmt und zusätzlich etwas für schlechte Zeiten zur Seite zu legen (=sparen). Genau dasselbe sollte eigentlich bei der nächst größeren Haushalt=Gemeinde oder =Bezirk oder =Bundesland oder =Nation auch gelte. Klingt doch vernünftig, aber das hat einen verantwortlich Politiker nie interessiert.
Dafür kann man sich am stetigen Ansteigen der Staatsschulden und deren Zinsen ergötzen.

Wer etwas will vom Staat muss dort vorstellig werden. Wer etwa will dass der Staat mehr sparen soll, der soll sich wenn möglich an das dafür zuständige "Salzamt" wenden.

Es hilft nichts, wir sind den Politikern ausgeliefert, egal welcher Partei, denn alle tun dasselbe was sie wirklich gut können " Nicht sparen".